Wanderlust

  1. O Wanderglück, o Wanderlust, dein will ich nun geniessen!
    Ich hab' mein Lebtag nicht gewusst, wie froh die Bächlein fliessen
    dahin zur Meeresflut nach Nord und Süd und Ost und West:
    das Wandern ist das Allerbest' für ein jung frisches Blut.
  2. Jungvögelein so froh sich wiegt, wenn es zum ersten Male
    aus seinem engen Neste fliegt zum lichten Sonnenstrahle;
    es singt in leichtem Mut: Ich bleib' nicht mehr im engen Nest!
    das Wandern ist das Allerbest' für ein jung frisches Blut.
  3. Wohl lieb' ich dich, mein Heimatthal, wenn ich dich auch verlassen!
    Ich denk an dich vieltausendmal auf meiner Wanderstrassen.
    Ich schied in trübem Mut, es hat das Herz mir gepresst:
    das Wandern ist das Allerbest' für ein jung frisches Blut.
  4. Es ist kein Band so inniglich, es muss sich lösen wieder,
    kein heisser Mut vergnüget sich, liegt ruhig er danieder.
    Und thut die Rast auch gut, sie hält mich dennoch nimmer fest:
    das Wandern ist das Allerbest' für ein jung frisches Blut.

Worte: August Becker.
Gregor Schmitt.

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