Im Mai

  1. Drauss ist alles so prächtig, und es ist mir so wohl,
    wenn mei'm Schätzle bedächtig a Strässele i hol.
    Mein Herz thut sich freuen und es blüht mir au darin;
    im Mai, im schönen Maie ¦han i viel no im Sinn.:¦
  2. Heim bin i net komme, 's ist scho Jahr und Tag her;
    drum han i mer vorg'nomme, i wart net länger mehr.
    Heut muss i sie frage: Willst au du, wie-n-i möcht?
    Im Mai, wird sie no sage ¦ja, da wär's mer scho recht.:¦
  3. Wenn die Vöglein thun singe, früh morgens zieh i aus;
    kann i's halt no verzwinge, hol i's Schätzele ins Haus.
    Und es wird sich scho mache, denn i mein's ja so gut;
    unser Herrgott wird wache, ¦dass mer z'samme uns thut.:¦
  4. Wenn am Abend erklinge rings die Glöckle zur Ruh,
    will mei'm Schätzle i singe: Mach die Äugele jetzt zu!
    Alle Blümle verblühe, und der Mai ist bald vorbei;
    doch dafür wird er einziehe ¦in zwei Herze so treu.:¦

Worte: 1. u. 3. : Friedrich Richter.
2. K. Kommerel.
4. Leonhard Widmer.
Weise: A. Jürgens nach Friedrich Silcher.

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