Geschichte der Eresburg

Geschichte des KStV Eresburg

von der Gründung 1929 bis zur Fusion mit KStV Franko-Silesia-Breslau

Gründung in Münster

Im Oktober 1928 wurde ein Papier der Osnabrücker Philisterzirkels publik, in welchem der Rückgang der KVer innerhalb der norddeutschen Diözesen beklagt wurde. In diesem Sinne wurde angestrebt, eine neue Korporation in Münster zu begründen, die sich vor allem dem Überhandnehmen gesellschaftlicher Veranstaltungen versagte und dafür die studentische Geselligkeit pflegte. Die Zielsetzung eines solchen Vereins war damit klar; einige Aktive anderer Münsteraner Kartellvereine waren bereit, einen so ausgerichteten Verein mit zu begründen.

Am 05. März 1929 konnte der K.St.V. Eresburg publiziert werden, er entstand aus der Teilung des K.St.V. Germania, aus deren Reihen die ersten sieben Aktiven stammten. Die Aktivitas nahm regen Aufschwung, so konnten bereits im Juni 1929 sechzehn Füxe für den Bund geworben werden. Allerdings wurde schon während der Konstituierung der Aktivitas darauf verzichtet, eine reine Theologenverbindung zu eröffnen.

Die Zeit bis zur Auflösung

Die Etablierung des Vereins in der münsterischen Korporationslandschaft machte Fortschritte, so daß schon im Juli 1929 ein eigenes Bootshaus mit einer Kneipe eingeweiht werden konnte. Einen tiefen Einschnitt in die junge Vereinsgeschichte setzte das Jahr 1933 mit der nationalsozialistischen Machtübernahme. Allerdings wurden die ideologischen Interessen der Nazis eindeutig falsch eingeschätzt, die verschiedenen Organisationen wurden nicht ernst genommen.

Die Zwangsbestellung von "Korporationsführern" war nur der Anfang. Eine Korporation musste ein sog. Kameradschaftshaus, also Wohnraum für Studenten, bieten. Die Anmietung einer Wohnung gelang allerdings nicht mehr Die Vorkriegsgeschichte der Eresburg endet mit der endgültigen Auflösung des KVs am 20. November 1935.

Einige Bundesbrüder führten die Eresburg unter dem Decknamen "Leihbibliothek der St. Mauritz Pfarrei Münster" bis 1945 weiter. Das Bootshaus wurde unter einem privaten Namen weitergeführt und konnte so dem Zugriff der NS-Diktatur entzogen werden. Es sollte bei der Reaktivierung sollte es noch von großen Wert sein.

Neugründung nach dem Krieg

Am 18. Oktober 1953 ließen acht altgediente Bundesbrüder die alte Verbindung wieder erstehen!" Dabei waren acht ehemalige Franko-Silesen entscheidend daran beteiligt und hatten sich bereit erklärt, eine Aktivitas mit aufzubauen.

Wachstum in den 50ern und 60ern

Für die Aktivitas, die sehr rasch wuchs, war das Bootshaus zu dem Treffpunkt geworden, der auch half, weitere Studenten anzuziehen. In fast allen Semestern wurden mehrere Füxe aufgenommen, so daß die Eresburg 1967 aus mehr als 50 Aktiven und über 100 AHAH bestand. Sie gehörte nach 1965 zunächst noch zu den mitgliederstärksten Verbindungen in Münster.

Ende der 60er Jahre trafen die krisenhaften Entscheidungen im KV, die die gesellschaftlichen Ereignisse in der BRD reflektieren, auch die Eresburg. Der KStV Eresburg hatte einen so starken Knick im Mitgliederzuwachs, daß die Aktivitas am Ende der 60er Jahre vor dem Zusammenbruch stand. Trotz bemerkenswert progressiver Einstellung und Liberalisierung innerhalb der Korporation gelang es kaum, die Aktiven zusammenzuhalten.

Überlebenskampf bis zur Fusion

Im Gegensatz zu vielen anderen Verbindungen war es aber Anfang der 70er Jahre möglich, den negativen Trend wenigstens kurzfristig zu stoppen. Die Aktivitas wuchs wieder an.

Ab 1975 ist diese Entwicklung beendet und zwei Jahre später ist die Aktivitas am Ende. Wieder macht sich hier das zentrale Problem der Eresburg deutlich; der Mangel an einer festen Bleibe in Münster. 1981 löst sich  die "Aktivitas" endgültig auf. Im Laufe des Frühjahres 1986 traten Vertreter des K.St.V Eresburg an den Vorstand des AHB der Franko-Silesia-Breslau heran und fragten nach der Bereitschaft, mit der Eresburg zu fusionieren. Nach langen Verhandlungen fand dieser Gedanke in der Franko-Silesia-Breslau eine überwältigende Mehrheit.