Solidarität in Regenbogenfarben

Costas

Hier geht’s zur Solidaritäts-Aktion für Costas und seinen Partner.

Costas und sein Partner wurden im August 2014 Opfer eines brutalen Übergriffs in Athen. Eine Gruppe schwarz gekleideter Männer hatte sie überfallen, einen Mülleimer über Costas Kopf ausgeschüttet und sein Fußgelenk an drei Stelllen gebrochen. Über ein Jahr nach dem homophoben Angriff wurde immernoch kein Täter bestraft.

Wir, die Amnesty-Jugend, möchten an dieser Stelle unsere Solidarität mit Costas und seinem Partner ausdrücken, denn niemand darf einfach so solcher Gewalt ausgesetzt werden – und schon gar nicht aufgrund der persönlichen sexuellen Orientierung.

Um unserer Solidarität Ausdruck zu verleihen, sammeln wir auf dieser Seite Solidaritätsbotschaften für Costas und seinen Partner. Die Botschaften tauchen in einer großen Regenbogen-Collage auf, da der Regenbogen ein Symbol für Offenheit und Toleranz ist. Machen Sie mit!

¡No somos todos, nos faltan 43! – Das 7. Jugend@Amnesty

Mit Abel Barrera im Kampf gegen Folter und staatliche Willkür in Mexiko:
Das 7. Jugend@Amnesty vom 14.-16. November 2014 in Berlin

Das siebte Jugend@Amnesty, das vom 14.-16. November 2014 in Berlin stattfand, war wie jedes Jahr voller Impressionen und Erlebnisse. Sechs Monate intensiver, lustiger, nervenaufreibender, schlafloser, kreativer Vorbereitungszeit innerhalb eines zu kleinen und unterbesetzten Organisations- und Koordinierungsteams, und schließlich ein Wochenende in den Räumlichkeiten der Freien Universität Berlin mit über 200 jungen
Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Rumänien, Großbritannien, Irland und Österreich. Voller Engagement und Spaß, zahlreiche Workshops zu Folter in Mexiko, über Antirassismusarbeit bis hin zu Hip Hop in der Menschenrechtsarbeit und viele Themen mehr. Menschen kennen lernen, andere Perspektiven einnehmen, kritisches Hinterfragen, eine Anti-Folter-Ausstellung, das Amnesty-Mobil, ein World Café, eine Videobotschaft von Amnesty-Generalsekretärin Selmin Çalişkan, Glenn Miller, Anstrengung, zu wenig Zeit, zu wenig Schlaf.

Das siebte Jugend@Amnesty stand unter dem Motto “Stop Folter“, der Schwerpunktkampagne von Amnesty International im Jahr 2014 anlässlich des 30-jährigen Bestehens der UN-Antifolterkonvention, und legte den Schwerpunkt auf staatliche Folter und Willkür in Mexiko. Höhepunkt dieses intensiven Wochenendes waren das Podiumsgespräch und die anschließende gemeinsame Demonstration zum Brandenburger Tor mit Abel Barrera, Menschenrechtsverteidiger, Träger des Menschenrechtspreises 2014 der deutschen Amnesty-Sektion sowie Leiter des Menschenrechtszentrums Tlachinollan in Mexiko, das sich vor allem für die Rechte der extrem armen und marginalisierten indigenen Bevölkerung im Bundesstaat Guerrero einsetzt.

Gemeinsam sprachen wir über seine tägliche Arbeit mit Opfern schwerster Menschenrechtsverletzungen sowie seinem aktuellen Einsatz im Fall der am 26. September 2014 während einer Demonstration gewaltsam verschwundenen und ermordeten 43 Studierenden aus Ayotzinapa, Guerrero. Die Ereignisse lösten in Mexiko eine massive Protestbewegung aus, in der die „43“ als Symbol für den nationalen Widerstand gegen das Ausmaß der Verflechtung von Politik und organisiertem Verbrechen in Mexiko fungieren. Weltweit wurden die Proteste von Solidaritätsbewegungen begleitet. So schritten auch wir gemeinsam mit Barrera auf die Straßen Berlins im Zeichen gegen Folter und staatliche Willkür in Mexiko, in der Hand leuchtende Lampions mit den Portraits der Einzelfälle Valentina Rosendo und Ines Fernandez, die am Pariser Platz zum Schriftzug „Stop Folter Mexiko“ und „43“ niedergelegt wurden, begleitet von umstehenden Menschen, sie sich uns während des Demonstrationszuges auf der Straße anschlossen oder
unsere Informationsflyer entgegennahmen.

Für viele unter uns – die meisten selbst Studierende – wurde mit der gemeinsamen Demonstration und dem Zusammentreffen mit Abel Barrera einmal mehr bewusst, was es bedeutet, frei von staatlicher Willkür für fundamentale Rechte eintreten und demonstrieren zu können. Ein großes Danke an Abel Barrera, dessen Anwesenheit eine enorme Bereicherung war. Vor allem jedoch danke an all die jungen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die mit ihrem Engagement, Elan und Interesse das Wochenende erst zu dem gemacht haben, was es war. An diesem Wochenende waren wir alle 43.

Nina Fink
(Hochschulgruppe der FU Berlin)

Themenabend der HSG-Düsseldorf zur Flüchtlingsproblematik

Mehr als 130.000 Menschen haben in Deutschland Asyl beantragt und ein weiter Anstieg der Zahlen ist sicher (Stand: September 2014). Sie fliehen vor den Bomben in Syrien und den Folterknechten Eritreas, kommen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben aus Afrika, dem Nahen Osten und Osteuropa. Sie lassen nicht nur Schlimmes in ihrer Heimat zurück, auch auf ihrem Weg nach Europa haben die meisten Schlimmes erlebt. Die Berichterstattung der deutschen Medien wird dennoch vor allem von einer Frage beherrscht: Wohin mit den ganzen Flüchtlingen?

Impression 1

Impression 1

Seit 1993 waren die Flüchtlingszahlen in Deutschland rückläufig. In diesem Jahr änderte der Bundestag das Grundgesetz: Anspruch auf politisches Asyl hatten fortan nur noch Menschen, die nicht aus einem sogenannten sicheren Herkunftsland stammten. Die Reaktion auf die sinkenden Zahlen: Alte Asylbewerberheime wurden geschlossen oder abgerissen, es kam wie im Bundesamt für Migration und Flüchtlingen zu einem jahrelangen Stellenabbau. Nun sind viele der Kommunen, denen das Land Flüchtlinge zuweist, überfordert. Vielerorts ist man auf die große Zahl nicht vorbereitet und muss rasch nach größeren oder weiteren Unterkünften suchen. In vielen Kommunen sind die Notunterkünfte für die Flüchtlinge daher auch meist nur das: eine Notlösung. Alte Schulen, Kasernen, leerstehende Krankenhäuser, oder auch ein Hotel – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Durch das eilige Handeln der Kommunen entsteht der Eindruck, dass kritische Stimmen der Einwohner kaum oder gar nicht berücksichtigt werden. Fragen bleiben unbeantwortet, Ängste der Bevölkerung vor dem Fremden, vor möglichen Krankheiten und wachsender Kriminalität, werden gar ignoriert, und aus Angst wird Ablehnung.

Wir als Hochschulgruppe Düsseldorf von Amnesty International haben die Situation als Anlass genommen, genau dazu einen Themenabend zu veranstalten: zur Flüchtlingsproblematik in Deutschland. Dazu luden wir zwei Referenten ein, die am 21. Oktober in einem Vorlesungssaal der Heinrich-Heine-Universität von ihrer Sicht der Dinge erzählten. Mehr als 120 Studentinnen und Studenten nahmen an dieser Veranstaltung teil.

Als Impuls zeigten wir zu Beginn des Abends das Video „When You Don’t Exist“ von Amnesty International Deutschland. Es ist Teil der „S.O.S. Europa“-Kampagne, die einen besseren Schutz von Flüchtlingen in Europa fordert. Dabei handelt es sich um ein erfundenes Szenario: Es werden Menschen aus Deutschland gezeigt, die nach Afrika flüchten müssen. Unser Gruppensprecher Philipp Artz nahm in seiner Begrüßung den Kerngedanken des Videos auf und forderte ein Umdenken bei den Anwesenden. „Wir alle sind Menschen“, erklärte er. Man müsse sich immer wieder bewusst machen, dass der Grundsatz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ für jeden gelte.

Klaudia Dolk war die erste Rednerin des Abends. Sie berichtete von ihren Erfahrungen als Flüchtlingsberaterin bei der Diakonie Düsseldorf. „Die Unterbringung in Nordrhein-Westfalen ist momentan sehr schwierig“, räumte sie direkt zu Anfang ein. Zurzeit gebe es in Düsseldorf 32 Unterkünfte, dort und in privaten Unterkünften seien ca. 1700 Flüchtlinge verschiedener Nationalitäten untergebracht. Nur wenige Flüchtlinge seien auf legalen Weg nach Deutschland gekommen, denn dazu gebe es kaum Möglichkeiten, so die Flüchtlingsberaterin. Auch nachdem sie in Deutschland angekommen sind, erlebten die Flüchtlinge eine wahre Odyssee von Unterkunft zu Unterkunft, mit monatelangem oder gar jahrelangem Warten auf das Ergebnis des Asylantrags. Familienzusammenführungen seien schwer realisierbar, und scheiterten oft an Bürokratie. „Solche Hürden sind unerträglich und das Leiden der Betroffenen unvorstellbar“, betonte Dolk, und erzählte von Flüchtlingen, die ununterbrochen Nachrichten hören oder schauen, um zu erfahren, wie es um Verwandte und Freunde in der Heimat bestellt ist. In ihrem Vortrag bekannte sie auch, dass sie in ihrer Arbeit als Flüchtlingsberaterin oft an ihre persönlichen Grenzen stieße. Christen und Jesiden aus dem Irak durchliefen im Gegensatz zu Flüchtlingen aus Syrien kein Prioritätsverfahren – die Frage nach dem Warum könne und wolle sie nicht beantworten.

Auch ein Flüchtling selbst kam während des Abends zu Wort: Dr. Husam Eddin Falyoun aus Syrien. „Ein schönes Land, das brennt“, beschrieb er seine Heimat. Mord, Folter, Unterdrückung bestimmten in Syrien den Alltag: „Man weiß nicht, woher die Bomben kommen, wo sie fallen“. Verbittert fragte Falyoun während seines Vortrags: „Wer hilft den syrischen Menschen?“. Als junger Mann hatte er in Deutschland Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert. Dann kehrte er nach Syrien zurück. „Ich dachte, dass meine Heimat mich mehr braucht als Deutschland.“ Doch die Situation wurde schlimmer. Als er auf einer Geschäftsreise in Nürnberg war, hörte er von einem syrischen Kollegen, der zu Tode gefoltert worden war. Daraufhin stellte er in Deutschland einen Asylantrag, seine Ehefrau konnte ein Jahr später nach einigen Schwierigkeiten nachkommen. Durch seine Deutschkenntnisse hilft Falyoun nun anderen Flüchtlingen dabei, in Deutschland zurechtzukommen.

Impression 2

Impression 2

Nach den Vorträgen gab es Gelegenheit zur Diskussion. Deutschlands Rolle in der Flüchtlingspolitik wurde hinterfragt und die Notwendigkeit, die Dublin III-Verordnung zu ändern, angesprochen. Viele fragten sich, was sie als Einzelne tun könnten, um etwas an der Situation der Flüchtlinge zu ändern. Klaudia Dolk berichtete in diesem Zuge von der Refugee Law Clinic in Köln, einer studentischen Initiative, sowie vom Fairhaus in Düsseldorf-Garath, das Sachspenden an Flüchtlinge verteilt. Dr. Husam Eddin Falyoun appellierte am Schluss, dass es das Wichtigste sei, in den betroffenen Ländern selbst anzusetzen: „Und das, bevor die Bombe explodiert.“

„Die vielen Interessierten zeigen, wie brisant das Thema in der Öffentlichkeit ist und wie viele Menschen wir erreichen konnten. Daher war der Abend ein großer Erfolg, auf den wir unbedingt aufbauen werden!“, erklärte Gruppensprecher Philipp Artz nach der Veranstaltung.

Text: Kristina Zippel der HSG-Düsseldorf

European Youth Meeting #4

Das European Youth Meeting ist DAS Treffen der Jugendvertretungen der europäischen Amnesty Sektionen. Es findet zweijährlich statt und diesmal ist Polen das Gastgeberland. Warszawa, wir kommen!
An dieser Stelle und auch auf Facebook unter dem Hashtag #EYM2014 findet ihr regelmäßig Updates.


„Wieder zurück in Deutschland vermissen wir bereits die Zeit in Warschau zusammen mit den vielen unheimlich engagierten und sympathischen Menschen, die wir dort kennenlernen durften.

Wir haben beim EYM eine Menge gelernt: Wie andere Sektionen arbeiten, wie man Workshops zur Menschenrechtsbildung hält, wie man eine unheimlich mitreißende Aktion plant, wie man eine Pressemitteilung schreibt, wie man soziale Medien besser verwendet – und wie viel man in gerade mal 24 Stunden auf die Beine stellen kann, wenn man einfach einen Haufen motivierter Leute zusammenbringt, die ein gemeinsames Ziel vor Augen haben.

Es ist schade, dass wir kein zweites EYM als Teilnehmer miterleben werden. Dafür freue ich mich für den nächsten Jahrgang und hoffe, dass sie genauso viel mitnehmen und Spaß haben, wie wir!

Jetzt bleibt nur noch, die ganze Motivation und die vielen Ideen mit nach Hause zu nehmen und sich weiter und mit noch mehr Energie für die Menschenrechte einzusetzen!

Alex

Gruppenfoto nach der Aktion

Gruppenfoto nach der Aktion

European Youth Meeting #3

Das European Youth Meeting ist DAS Treffen der Jugendvertretungen der europäischen Amnesty Sektionen. Es findet zweijährlich statt und diesmal ist Polen das Gastgeberland. Warszawa, wir kommen!
An dieser Stelle und auch auf Facebook unter dem Hashtag #EYM2014 findet ihr regelmäßig Updates.


„Wieder ist ein wundervoller Tag beim EYM vorübergegangen.

Kurz vor dem Flashmob

Kurz vor dem Flashmob

Gestern war großer Aktionstag in der Warschauer Innenstadt. Mit etwa 40 TeilnehmerInnen haben wir Warschau live daran teilhaben lassen, wie Menschen von der „Polizei“ abgeführt, an einen Stuhl gefesselt und „gefoltert“ wurden, um kurz darauf von einem Mob von demonstrierenden AktivistInnen befreit zu werden.

Folterszene beim Flashmob

Folterszene beim Flashmob

Nach einer kurzen Rede nach dem Flashmob haben die wirklich hilfsbereiten Warschauer TouristInnen sich mit uns für die Einzelfälle der Stop-Folter-Kampagne eingesetzt, indem sie ein Pflaster mit ihrer Unterschrift auf die (gestellten) Fotos der Folteropfer geklebt haben, um „die Wunden zu heilen“.

Rede nach dem Flashmob

Rede nach dem Flashmob

Innerhalb der 2 Stunden haben wir so ungefähr 600 Unterschriften gesammelt, die als Petition an die Behörden geschickt werden. Es war wirklich energetisch, inspirierend und einfach insgesamt hervorragend.

Pflaster mit den  Namen unserer Unterstützer "heilen" die Wunden der Folteropfer

Pflaster mit den Namen unserer Unterstützer „heilen“ die Wunden der Folteropfer

Nach der farewell-Party und einer sehr, sehr lustigen Nacht im Anschluss geht es heute leider viel zu früh wieder nach Hause.

Warschauer Touristen "heilen" die Wunden der Folteropfer mit Pflastern, auf denen sie ihren eigenen Namen geschrieben haben

Warschauer Touristen „heilen“ die Wunden der Folteropfer mit Pflastern, auf denen sie ihren eigenen Namen geschrieben haben

Alles, was wir gelernt haben, nehmen wir jetzt mit nach Hause zusammen mit dem mitreißenden, inspirierenden Enthusiasmus für den Einsatz für die Menschenrechte, die die TeilnehmerInnen mitgebracht haben.

Wir hatten wirklich eine hervorragende Zeit hier und ich bin glücklich und dankbar dafür, dass ich Teil davon sein durfte!“

Alex

1. "Folteropfer"

1. „Folteropfer“

2. "Folteropfer"

2. „Folteropfer“

3. "Folteropfer"

3. „Folteropfer“

4. "Folteropfer"

4. „Folteropfer“

5. "Folteropfer"

5. „Folteropfer“